In seiner Erzählung Montauk (1975) inszeniert Max Frisch autobiografische Fakten mit den Mitteln fiktionaler Literatur; eine Kombination, die sich als Autofiktion beschreiben lässt. Besonders interessant sind die intertextuellen Bezüge, mit denen Frisch in Montauk Biografisches erzählt. Denn diese Verweise spielen nicht nur auf andere Texte an, sondern sind in eins damit auch bedeutsam im Hinblick auf jene Teile der Autorbiografie, die nur indirekt und ganz dezent angedeutet werden können. Indem... Mehr
"Viele Anspielungen gehen ohnehin verloren"
{"ID":6233481,"post_title":"\"Viele Anspielungen gehen ohnehin verloren\"","title":"\"Viele Anspielungen gehen ohnehin verloren\"","post_content":"In seiner Erz\u00e4hlung Montauk (1975) inszeniert Max Frisch autobiografische Fakten mit den Mitteln fiktionaler Literatur; eine Kombination, die sich als Autofiktion beschreiben l\u00e4sst. Besonders interessant sind die intertextuellen Bez\u00fcge, mit denen Frisch in Montauk Biografisches erz\u00e4hlt. Denn diese Verweise spielen nicht nur auf andere Texte an, sondern sind in eins damit auch bedeutsam im Hinblick auf jene Teile der Autorbiografie, die nur indirekt und ganz dezent angedeutet werden k\u00f6nnen. Indem die Studie verschiedene intertextuelle Anspielun\u00adgen untersucht ? etwa auf Philip Roths My Life as a Man, auf Ingeborg Bachmanns Undine geht und ihre Erz\u00e4hlung Simultan, auf Frischs eigene Skizze eines Ungl\u00fccks oder auch auf die Orestie des Aischylos ?; strebt sie ein genaueres Verst\u00e4ndnis von Frischs autofiktio\u00adnaler Selbststilisierung an. So l\u00e4sst sich die Arbeit am Bild, das Frisch seiner Leserschaft vermitteln wollte, nicht nur dort verfolgen, wo er autobiografische Dokumente retuschiert, um eine etwas gesch\u00f6nte Version seiner Vergangen\u00adheit zu pr\u00e4sentieren, sondern auch an der Art und Weise, wie er Bekenntnisse tief unter die Textoberfl\u00e4che versenkt, ausgesparte Informationen erschliessbar macht oder auch Neues hinzuerfindet ? beispielsweise den Namen seiner jun\u00adgen Begleiterin, Lynn. Besonderes Gewicht erh\u00e4lt in der Studie die genderthe\u00adoretisch motivierte Frage nach Frischs Selbstinszenierung als Mann, die gr\u00f6sstenteils \u00fcber die verschiedenen in Montauk beschriebenen Liebesbeziehungen zu Frauen verl\u00e4uft.","image":"https:\/\/images.thalia.media\/00\/-\/fa6c601ae44d4e95b4409b952fa58156\/viele-anspielungen-gehen-ohnehin-verloren-gebundene-ausgabe-hanspeter-affolter.jpeg","url":"https:\/\/www.vergleiche.ch\/product\/viele-anspielungen-gehen-ohnehin-verloren\/","min_price":42.89999999999999857891452847979962825775146484375,"low_price_merchant_id":70254503,"deeplink":"https:\/\/www.awin1.com\/pclick.php?p=40993303819&a=401125&m=13971&pref1=9783034014991","ean":9783034014991,"brand":"Chronos"}
Preis-Alarm
