Winterreifen Checkliste Schweiz

Checkliste Winterreifen Kauf

Der Kauf von Winterreifen ist eine wichtige Investition in deine Sicherheit. Mit dieser Checkliste findest du die passenden Reifen für dein Fahrzeug und die schweizerischen Strassenverhältnisse.


1. Reifengrösse korrekt ermitteln

Die richtige Dimension ist der Ausgangspunkt für jeden Reifenkauf. Du findest die empfohlene Grösse an mehreren Stellen:

  • Im Fahrzeugschein (Feld «Reifen»)
  • Auf dem Typenschild im Türrahmen oder Tankdeckel
  • Auf den aktuell montierten Reifen (z.B. 205/55 R16 91H)

Wichtig: Die erste Zahl gibt die Reifenbreite in Millimetern an, die zweite die Querschnittshöhe in Prozent, «R» steht für Radialbauweise und die letzte Zahl für den Felgendurchmesser in Zoll. Der Index dahinter (91) gibt die Tragfähigkeit, der Buchstabe (H) die Höchstgeschwindigkeit an.

In der Schweiz darfst du von der werksseitigen Dimension abweichen, sofern die Abmessungen im Fahrzeugschein eingetragen oder durch eine Einzelbetriebserlaubnis (EBE) genehmigt sind. Bei Unsicherheit fragst du am besten deine Strassenverkehrsämter oder eine Fachwerkstatt.


2. Geschwindigkeitsindex beachten

Der Geschwindigkeitsindex muss mindestens der Höchstgeschwindigkeit deines Fahrzeugs entsprechen. Gängige Indizes bei Winterreifen:

Index Max. km/h Eignung
Q 160 Kompaktwagen, Stadtverkehr
T 190 Mittelklasse, Allrounder
H 210 Sportliche Fahrzeuge
V 240 Leistungsstarke Fahrzeuge

Für die meisten Schweizer Fahrzeuge genügt ein Index von T oder H. Ein höherer Index als nötig ist erlaubt, ein niedrigerer nicht – das führt bei einer Kontrolle zum Verwarnungsgeld.


3. Tragfähigkeitsindex prüfen

Der Tragfähigkeitsindex gibt an, wie viel Gewicht ein Reifen tragen darf. Addiere den Index aller vier Reifen und vergleiche mit dem zulässigen Gesamtgewicht deines Fahrzeugs. Bei Unsicherheit wählst du lieber einen Index höher.


4. Wintereigenschaften und Prüfsiegel

Nicht jeder Reifen mit «M+S»-Kennzeichnung ist ein echter Winterreifen. Achte auf folgende Qualitätsmerkmale:

  • Alpine-Symbol (Berg mit Schneeflocke): Seit 2018 Pflicht für neu zugelassene Winterreifen in der Schweiz. Reifen mit diesem Symbol erfüllen definierte Schneetauglichkeitskriterien.
  • M+S-Kennzeichnung: Ältere Reifen tragen oft nur diese Markierung. Reifen, die vor 2018 produziert wurden und M+S tragen, sind bis 30. September 2024 von der Pflicht zum Alpine-Symbol befreit – danach gilt das Alpine-Symbol zwingend.

5. Fahrprofil und Einsatzgebiet definieren

Dein typisches Fahrverhalten bestimmt, welcher Reifentyp passt:

Fahrprofil Empfohlener Reifentyp
Viel Stadt, kurze Strecken, gemässigter Winter Standard-Winterreifen
Viel Autobahn, lange Strecken Winterreifen mit niedrigem Rollwiderstand
Viel Schnee, Berggebiete, Tiefschnee Reifen mit ausgeprägtem Schneegriff
Unbefestigte Wege, schwieriges Gelände Robustere Profile mit hoher Traktion

6. Runflat-Technologie und Zusatzfeatures

Moderne Winterreifen bieten verschiedene Zusatzfunktionen. Entscheide, welche für dich relevant sind:

  • Runflat-Reifen: Erlauben das Weiterfahren bei Reifendruckverlust (meist bis 80 km bei max. 80 km/h). Benötigen spezielle Felgen und ein Reifendruckkontrollsystem.
  • Nagelresistente Technologie: Reduziert das Durchstichrisiko.
  • Geringer Rollwiderstand: Spart Treibstoff, kann aber den Schneegriff leicht reduzieren.

7. Komplett- oder Teilräder kaufen?

Du hast die Wahl zwischen Reifen allein oder fertigen Komplett-Rädern:

Variante Vorteile Nachteile
Nur Reifen Günstiger, Felgen können weiterverwendet werden Montage- und Wuchtkosten zweimal jährlich
Komplett-Räder Schneller Radwechsel, keine Montagekosten, eigene Felgen geschont Höhere Anschaffungskosten, Lagerplatzbedarf

Bei der Wahl von Komplett-Rädern achte auf die richtige ET-Zahl (Einpresstiefe) und die Lochkreismasse deines Fahrzeugs. Fertige Räder sollten mit ABE (Allgemeine Betriebserlaubnis) oder Teilegutachten geliefert werden.


8. Alter der Reifen kontrollieren

Auch «neue» Reifen können schon Jahre im Lager gelegen haben. Der DOT-Code auf der Reifenflanke verrät das Produktionsdatum:

  • Vierstellige Zahl, z.B. «3522» = 35. Kalenderwoche 2022
  • Kaufst du keine Reifen, die älter als 2–3 Jahre sind
  • Gummi altert auch ungenutzt und verliert an Elastizität

9. Garantie und Herstellernachweis

Seriöse Händler bieten:

  • Herstellergarantie gegen Materialfehler
  • Rechnung mit vollständiger Reifenbezeichnung
  • Möglichkeit zur Rückgabe bei offensichtlichen Mängeln

Sei vorsichtig bei Reifen aus dubiosen Quellen ohne Herstellernachweis. Fälschungen oder Grauimporte können Sicherheitsrisiken bergen und sind bei Unfällen problematisch für die Versicherung.


10. Preisvergleich und Gesamtkosten berechnen

Der Listenpreis sagt nicht alles. Rechnest du folgende Positionen mit ein:

  • Reifenpreis pro Stück
  • Versandkosten (oder Abholung vor Ort)
  • Montage und Wuchten (falls nicht im Preis enthalten)
  • Altreifenentsorgung
  • Eventuelle Kosten für neue Ventile oder RDKS-Sensoren

Kernaussage: Der günstigste Reifen ist nicht immer die beste Wahl. Investiere in Qualität von bekannten Marken – deine Sicherheit auf winterlichen Strassen ist es wert.


Zusammenfassung: Deine Checkliste zum Abhaken

  • [ ] Reifengrösse aus Fahrzeugschein oder Typenschild notiert
  • [ ] Geschwindigkeitsindex passt zum Fahrzeug
  • [ ] Tragfähigkeitsindex ausreichend
  • [ ] Alpine-Symbol (Berg mit Schneeflocke) vorhanden
  • [ ] Fahrprofil und Einsatzgebiet berücksichtigt
  • [ ] Entscheidung für Reifen allein oder Komplett-Räder getroffen
  • [ ] DOT-Code auf Aktualität geprüft
  • [ ] Herstellergarantie und Rechnungssicherheit gegeben
  • [ ] Gesamtkosten inklusive Montage verglichen

Mit diesen Kriterien findest du Winterreifen, die zu deinem Fahrzeug, deinem Fahrstil und den schweizerischen Winterbedingungen passen. Vergleiche verschiedene Angebote und scheue dich nicht, Fachpersonal um Rat zu fragen – gerade bei Unsicherheiten zur Kompatibilität.

[PRODUKT-EMBED: WINTERREIFEN]

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